Lieber Linard

Danke Dir für Dein Engagement, was mir persönlich viel bedeutet, da ich als ehemaliger Kantonsbibliothek diese Entwicklung vorausgesagt habe. Deshalb bin ich auch gegangen. Ich wurde aber nicht rausgeworfen oder rausgemobbt, es war meine persönliche Entscheidung, nachdem weder das Personalorganisationsamt noch der damalige Departementssekretär des EKUDs noch die ehemalige Direktoren der Museen und auch des ADG mir meinen Erlebnissen und Beobachtungen mit der neuen Leitung im AfK Glauben schenken wollten. Wir hätten damals – hätten alle Betroffenen den Mut gehabt – intern noch etwas machen können, aber wir waren nur zu zweit, die diese Bereitschaft hatten. Es hiess, man solle der neuen Amtsleitung einfach Zeit lassen. Mit diesem Satz haben sich die meisten aus der Verantwortung gestohlen. Mir war klar, dass Engagement mit dieser Amtsleitung nur noch schwer möglich sein würde. Das Motto war nun, nur nicht anecken, Füsse stillhalten und den wichtigen Leuten (Grossräte, Journa
listen, sonstige Entscheidungsträger) zu gefallen. Aber Engagement ohne anzuecken ist unmöglich und unehrlich.
Ich gäbe viel darum, hätte ich mich damals geirrt. Meine Mitschuld besteht darin, dass ich aus Loyalität gegenüber Claudio Lardi öffentlich nicht deutlich wurde. Ich stehe nach wie vor zu dieser Loyalität, auch wenn ich heute weiss, ich hätte meinen Abgang anders nutzen sollen. Deshalb meinen Dank an Dich.

Wolfgang Giella